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Reise zur See
 

Bevor wir auf unserer 6. Tour Lingen erreichen, legen wir noch einen kurzen Zwischenstop in Hanekenfähr ein. Hier treffen der Dortmund-Ems Kanal, der Ems-Vechte Kanal, der Ems-Hase Kanal und die Ems aufeinander. Hanekenfähr ist ein technisches Kulturdenkmal für den Kanalbau in Nordwestdeutschland

Unten links auf dem Schaubild der Zustand im Jahre 1829. Der 26 Km lange Ems-Hase-Kanal ist fertiggestellt und führte bis Meppen. Er konnte von Schiffen bis 50 t Tragkraft, den Harener Emspünten, bequem befahren werden.

 
Auf dem rechten Schaubild ist der Ems-Vechte-Kanal zu sehen. Er wurde von 1870 -1879 erbaut, ist 22 Km. lang und sollte die Ems mit dem niederländischen Kanalnetz verbinden. Der Dortmund-Ems Kanal wurde dann von 1892 - 1899 erbaut und folgt zwischen Hanekenfähr und Meppen dem Lauf des Ems-Hase Kanals. Lediglich am Übergang in die Ems wurde westlich der alten Sperrschleuse eine neue Fahrt mit einer 165 m. langen Schleppzugschleuse errichtet. Der Kanal konnte von Schiffen mit 600 t Tragkraft befahren werden.
 
Als sich nach dem 2. Weltkrieg das 1000 t -Schiff durchsetzte, wurde der Kanal von 30 auf 45 m verbreitert und 1958 entstand die sog. Zweite Fahrt und ein Sperrtor, das bei Hochwasser geschlossen werden konnte, um den Kanal vor Überflutung zu schützen. 1963 erfolgte die beschränkte Freigabe für das Europaschiff (1350 To). 1975 wurde ein 2. Sperrtor errichtet, damit eine Schleusung auch bei Hochwasser möglich war. Dabei wurde die alte Fahrt und der Ems-Hase-Kanal durch einen Hochwasserschutzdamm von der Ems abgetrennt.
 

Oben ist die Einmündung des Ems-Vechte Kanals zu sehen. Rechts das Wehr in Hanekenfähr im Emslauf, mit dem durch Rückstau sichergestellt wird, das der Wasserstand des Kanals immer hoch genug ist.

 
Wir erreichen jetzt Lingen im Emsland. Die Stadt hat 56 000 Einwohner. In Lingen sind viele historische Spuren aus den letzten 4 Jahrhunderten bewahrt worden, die ältesten erhaltenen Bauten wurden nach dem Stadtbrand von 1548 neu errichtet. Die meisten waren kleine Fachwerkhäuser, jedoch entstanden später unter holländischem Einfluß auch viele Backsteinbauten, die auch heute noch das Lingener Stadtbild prägen.
Der große Marktplatz in Lingen ...
... mit dem historischen Rathaus, das 1555 neu errichtet und 1663 umgebaut wurde. Es wird heute für Empfänge und standesamtliche Trauungen benutzt und bietet dafür auch den angemessenen Rahmen.
 

Links zu sehen ist Hutmachers Deele, ein Bürgerhaus von 1772. Das Fachwerkhaus auf dem Bild oben ist die alte Posthalterei von 1653, die bis ins Jahr 1855 als Postgebäude diente.

 
Richtungsweisendes Schild auf dem Lingener Marktplatz.

Lingen - Stadt der Kivelinge

Das Jahr 1372 ist das Gründungsjahr der Kivelinge. Als die männliche Bevölkerung damals durch eine Belagerung stark reduziert war, blieb den Bürgern nichts anderes übrig, als die Jünbglinge ab 16 zur Verteidigung auf die Festungswälle zu schicken. Dem Mut dieser jugendlichen Kämpfer war es zu verdanken, das die Stadt nicht vom Feind erobert wurde. Daraus wurde dann eine Zwangseinrichtung. Diese Wehrmacht bestand bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Heute gibt es die Kivelinge immer noch, allerdings hat sich ihr Aufgabengebiet deutlich verändert. Sie nehmen sich heutzutage der Pflege der heimatlichen Kultur an und feiern alle 3 Jahre das Kivelingsfest, an dem die ganze Stadt teilnimmt.

 
Während der Dortmund-Ems Kanal mitten durch Lingen fließt, schlängelt sich die Ems etwas abseits der Innenstadt durch ihre Auen. Für uns ist in Lingen Halbzeit. Etwa die Hälfte des Weges unserer Reise zur See haben wir jetzt zurückgelegt.

Wer mehr über Lingen erfahren möchte, hier geht es zur Webseite der Stadt.

Ziel der 7. Etappe unserer Reise mit der Ems wird Meppen sein.

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