Privates - Hobbys
Mein erstes wirkliches Hobby war die Modellbahn, meine erste Märklin-Bahn bekam ich mit sechs Jahren zu Weihnachten geschenkt. Von da an hat mich diese Leidenschaft auch nicht mehr losgelassen. Einige Jahre später, Ende der 60ziger, entdeckte ich die Fotografie. Mit einer alten Kamera, die Filme waren noch s/w und die Negative im Format 6x6, machte ich erste Versuche. Der Mangel an Taschengeld beendete diese aber recht plötzlich und die Fotografie lockte mich erst wieder im Jahr 1978, als ich mir vom ersten selbstverdienten Geld eine Spiegelreflex leisten konnte. Billig war der Spass nicht und die kleine Dunkelkammer, die ich mir einrichtete, verschlang ebenfalls viel Geld. Nach einigen Jahren schlief meine Begeisterung allerdings wieder ein, die Labortechnik habe ich verkauft und wandte mich einer ganz neuen Beschäftigung zu.
Ich hatte das Modellfliegen für mich entdeckt. Am meisten Freude hatte ich beim Bau der Modelle, die Arbeit mit dem weichen Balsaholz machte viel Spaß und zu der Zeit war es noch kein Problem, mit Verbrennungsmotoren zu fliegen. Ich trat dem Versmolder Flugsportverein bei und erinnere mich noch gerne an manch schönes und unterhaltsames Wochenende auf dem Flugplatz. Natürlich gab es immer mal wieder Bruch beim Fliegen und der wurde dann gewissenhaft in der Woche zusammengeflickt. In diesen Jahren häuften sich aber schon die Probleme, die durch Umweltschutz und Lärmschutz entstanden und es war schnell abzusehen, das unser Fluggelände nicht mehr lange bestehen wird, zumal es noch in unmittelbarer Nähe zu einem Naturschutzgebiet lag.
1984 änderte sich einiges, ich war verheiratet, eine neue große Wohnung war gemietet und damit hatte ich auch viel Platz. Ich kramte meine Modelleisenbahn wieder aus der Ecke und verbrachte von da an sehr viel Zeit damit, Landschaften und Gleisanlagen zu bauen. Etliche Jahre investierte ich viel Zeit und Geld in Schienenmaterial, Ausstattung und Fahrzeuge, die ich heute noch gut verpackt auf dem Dachboden hege. Wartet's nur ab, wenn ich erst Rentner bin, werd ich das alles wieder aus der Ecke kramen...
Plötzlich und unerwartet erinnerte ich mich Anfang der neunziger Jahre an mein altes kleines Aquarium aus Kindheitstagen und war schlagartig der Meinung, ist müsste mich mal sofort und eingehend mit der Zucht von Zierfischen beschäftigen. Was klein anfing, wuchs über den Zeitraum von 2 Jahren zur ausgewachsenen Zuchtanlage. Ich richtete mir einen Kellerraum ein, in dem insgesamt fast 5000 Liter Wasser verteilt auf 30 Aquarien zur Verfügung standen. Von Neonsalmlern und Lebendgebärenden bis zu Skalaren und Diskusfischen erblickten viele Sorten Zierfische das Neonlicht dieser Welt in meinem kleinen Keller. Das Unternehmen brachte nicht gerade nennenswerten Gewinn, aber mir umso mehr Spaß, wenn es gelungen war, einen schönen Wurf Diskusfische oder Skalare groß zu ziehen. Nicht zu unterschätzen ist allerdings der Arbeitsaufwand, der damit verbunden war. Täglich musste ich ca. 4-5 Stunden Zeit dafür aufwenden. Genau das war auch einer der Gründe, warum ich mich von diesem Hobby verabschiedet habe.
Ich gerate allerdings auch heute noch ins schwärmen, wenn ich ein Paar Diskusfische mit ihren Jungtieren im Becken sehe. In den ersten Tagen hat man als Züchter nur wenige Möglichkeiten, die Aufzucht der Jungen zu steuern, denn die Kleinen ernähren sich von einem Hautsekret, das die Eltern absondern. Wenn die Eltern die Brutpflege nicht übernehmen, hat man kaum Chancen, den Wurf groß zu kriegen. Es war immer sehr deprimierend, wenn man über hundert Jungtiere an 2 Tagen verloren hat.
Seit 5 Jahren hat mich das Computerfieber voll im Griff. Meine ersten Erfahrungen machte ich Anfang der 80ger mit dem VC20 von Commodore, dann kam der C64 und danach der C128. Und dann war Schluss, denn die Preise für die ersten wirklichen PC's sprengten zu der Zeit mein Budget. 1999 endlich war die Zeit reif und ich erstand einen gebrauchten 200 Mhz Rechner. Kurze Zeit später kam dann ein 500er und vor zwei Jahren habe ich mir meinen 1700er Athlon zusammengestellt, der bisher läuft wie ein Uhrwerk. Momentan habe ich auch noch nicht das Verlangen nach einem schnelleren Prozessor.
Irgendwie scheint es mir so, das am Pc alles wieder zusammentrifft. Die Begeisterung für die Fotografie ist wieder erwacht, heutzutage digital und ohne die bekannten Nachteile, hohe Bildkosten und lange Wartezeit auf den Abzug. Wenn ich mal viel Zeit und Lust habe, spiele ich mit dem Train-Simulator von Microsoft und bringe die Grafikkarte so richtig ins Schwitzen. Da lebt der Modelleisenbahner in mir auf. Und wenn mir der Sinn mal wieder nach Fischen und Aquarien steht, dann tut's fürs erste auch ein Bildschirmschoner.