zurück zur Startseite
Tigerseiten - Wörterbuch
zur Tigerstartseite

 

Wohnungshaltung oder Freigänger

Da gibt es 2 Seiten mit unterschiedlicher Meinung. Wenn man mitten in der Stadt oder an einer vielbefahrenen Straße wohnt, so ist der Freigang für Katzen sicher nicht zu empfehlen. Die Gefahr, von einem Auto erfaßt zu werden, ist sehr groß. Wenn eine Katze ein Beutetier erblickt, so konzentriert sich alles nur auf dieses Objekt der Begierde. Sie wird beim überqueren der Straße weder links noch rechts blicken, sondern im "jagdtechnisch" günstigsten Moment losrennen. Ich jedenfalls möchte Moritz nicht unbedingt vom Asphalt kratzen. Eine Alternative zum Freigang wäre es aber, den Garten, wenn vorhanden, als "Freigehege" einzuzäunen. Sehr gute Beispiele dafür gibt es bei den Kuschelkatzen zu sehen. Auch ein Balkon kann katzengerecht gesichert werden, ohne dass die Wohnqualität sich verschlechtert. Und Fenster sollte man sowieso sichern, denn gekippte Fenster haben schon so mancher Katze einen qualvollen Erstickungstot beschert. Die Neugierde siegt eines Tages, die Katze klettert auf einen Blumentopf, streckt sich und der Kopf wird durch den Spalt gesteckt. Und dann bekommt die Katze ihn nicht mehr heraus, tritt hektisch herum, der Topf fällt um und der Hals rutscht immer tiefer in die keilförmige Öffnung. Es beginnt ein oft langer elender Todeskampf, bis das Tier erstickt.

In ländlichen Gegenden oder abseits vielbefahrener Straßen ziehe ich absolut den Freigang vor. In meinen Augen ist die Katze immer noch ein kleines Raubtier, das mitten in die freie Natur gehört. Als wir unseren Moritz bekamen, hörten wir von einigen solch schlaue Weisheiten wie etwa: "Dann kommen hier ja keine Vögel mehr zum Nisten hin." Ich lach mich weg. Hier nisten immer noch genausoviele Vögel, sogar im Garten, und der Kater ist der Dumme. Es war im Frühsommer herrlich, wie die Amseln den Tiger abgelenkt und wirklich 'verarscht' haben. Und die anderen Vogelarten haben sich genauso clever angestellt. Beim Freigang ist die Gefahr größer, das die Tiere sich im Streit mit Rivalen verletzen, meist sind es aber nur kleine Kratzwunden. Durch die Jagd ist die Anfälligkeit für Wurmerkrankungen höher und regelmäßige Wurmkuren sind Pflicht. Ach ja, man sollte mit Mäusen halbwegs klarkommen. Moritz ist auch schon aufgefallen, das ich zu dumm zum Mäusejagen bin. Also steuert er schon mal die eine oder andere Mausart zu unserer Nahrungsergänzung bei. Da hat man sich dann zu freuen, den Kerl über den grünen Klee zu loben und den Kadaver der Beutetiere bei entsprechender Gelegenheit dezent zu entsorgen.

zurück zur Tigerstartseite
zurück zum Wörterbuch
Zum nachdenklichen Teil