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Kommunikationsprobleme
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Es wird wohl jedem klar sein, das ein Kater wie ich viel Schlaf benötigt. Ich stehe schließlich mit meinen 4 Pfoten mitten im Leben. Und ich brauche natürlich viel zu fressen. Irgendwoher muß meine ganze Power ja kommen. Inzwischen habe ich viele verschiedene Futtersorten probiert und denke, ich weiß, was ich haben will. Mäuse kann ich mir natürlich selber fangen, aber immer nur Maus wäre auch nicht so prall. Und es gibt ja auch Besseres. Aber ich hätte nie gedacht, wie lange es dauert, bis die Familie das mal begriffen hat. Die haben mich einfach nicht verstanden.
Ich erkläre euch das mal an einem Beispiel: Die Nacht war hart und lang, ich, Moritz, habe mein Revier verteidigt, der Morgen graut und ich werde langsam müde. Noch schnell 'nen Mäuschen als Betthupferl verschlungen und jetzt rein ins Haus und ab ins Körbchen. Ich träume süß, bis mich das Geräusch klappernder Teller weckt. Da schau ich doch mal besser um die Ecke, was es heute leckeres zu Mittag gibt. Einige Geräusche überhöre ich selbst im Tiefschlaf nicht. Tellerklappern gehört ganz sicher dazu.
Es leuchtet im Backofen. Außerdem riecht es gut. Super, es ist ein Brathähnchen im Backofen. Ich liebe Hähnchen. Am besten setze ich mich mal möglichst nah vor den Selbigen. Da wird ja wohl jeder verstehen, dass ich gewisse Ansprüche an seinem Inhalt anmelden möchte. Genau hier beginnen die Probleme.

Moritz, mußt du dich ausgerechnet mitten in den Weg setzen. Klar, Frauchen, sonst merkst du`s ja nicht. Hilft nichts, sie packt mich unter den Bauch und befördert mich weg vom Ofen. So nicht, meine Dame. Setz ich mich eben auf den Stuhl. Da kann ich eh besser sehen. Was willst du denn, willst du nach draußen ? Ja klar, darum setz ich mich vor den Backofen. Das wird ja wieder ein harter Kampf ums Mittagessen. Draußen hast du dein Futter, da ist alles was du brauchst. Natürlich, aber hier gibt's alles, was ich will.

Moritz, du nervst hier. Die Hand kam wieder und ruckzuck befand ich mich in meinem Körbchen. Da schlägt man doch die Pfoten über dem Kopf zusammen über soviel Ignoranz und Starrköpfigkeit. Aber das kann ich auch genauso gut. Also los, Ring frei zur zweiten Runde.
Diesmal wartete ich, bis alle 3 am Tisch saßen. Völlig gelangweilt schlich ich wieder in die Küche zurück. Ich setzte mich brav am Boden hin und setzte meinen traurigsten Blick auf. Keiner reagierte. Geduld hab ich aber, und so blieb ich viele Minuten sitzen. Ab und zu blickte ich mal kurz auf und bemerkte schon, das ich die drei nervös machte. Gleich hab ich sie weichgekocht. Jetzt war die Zeit reif für ein klägliches Miau. Ich spürte die Blicke auf mir und setzte noch einen maunzer nach. Ich stand kurz vor dem Ziel.
Langsam erhob ich mich und ging mit gesenktem Blick und tief hängendem Schwanz in Richtung Küchentür. Ein Bild des Elends. Ein Punktrichter gäbe für diese Vorstellung sicherlich 6,0. Nachdem ich so wirkungsvoll an das Gewissen der Drei appelliert habe, blieb der Erfolg nicht aus. Sophie stand auf, holte meinen Napf, füllte etwas Fleisch hinein und stellte ihn an meinen Futterplatz. Na also, warum nicht gleich so. Manchmal glaube ich fast, die wollen mich nur nicht sofort verstehen. Ich gebe aber zu, daß mir die Bettelei auch viel Spaß macht. Da wird man mal richtig ernst genommen und bekommt die volle Aufmerksamkeit. Wie in der folgenden Geschichte
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