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Ärger mit der Speisekarte
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Ein wichtiges Thema. Wie kann ich Einfluss nehmen auf den Inhalt meiner Futternäpfe. Das wird nicht einfach. Wenn man neu in der Familie ist, so ist man am Anfang ja schon zufrieden, wenn es regelmäßig was zu futtern gibt. Aber mit der Zeit stellt man fest, das es einerseits Futter und dann noch andererseits ganz besonders leckeres Futter gibt. Und ich möchte natürlich immer das ganz besondere Futter, so wie Hähnchenfleisch, Thunfisch, Lachs. Das kann man ja wohl erwarten. Also, packen wir's an und auf in den Kampf. Ich will jetzt ein Suppenkasper werden. Ein heikler Fresser, wie man so sagt.
Der Abend brach an und die Dämmerung herein. Fütterungszeit war gekommen. Zuerst mußte ich auf mich aufmerksam machen. Kein Problem. An dem Tag hatte ich Jagdglück und so richtig Hunger hatte ich nicht. Ideale Voraussetzungen, um mein Futter in der Nacht mal ausnahmsweise nicht anzurühren. Ich trommelte an der Haustür und mir wurde prompt geöffnet. Große Schmuserunde war jetzt angesagt. Ich war der liebste Moritz der Welt. Dann darf man mich sogar unter dem Bauch kraulen. Am Ende der Schmuserei gab es dann Dosenfutter und mit Wasser verdünnte Milch. Ich mag das gerne, aber ich wollte ja noch was Besseres. Also, Moritz, sagte ich mir, sei standhaft.
Ich hielt die ganze Nacht durch. Keinen Bissen hab ich angerührt. Ein netter Nachbar hat mir spät abends noch eine Wurst spendiert, obwohl ich schon lieber die zwei Wellensittiche von ihm genommen hätte. Mein Magen ist trotzdem zu seinem Recht gekommen. Am nächsten Morgen war die Verwunderung groß. Alles Futter noch da. Was ist denn mit unserem kleinen Moritz los, fragten sie sich. Fragt euch nur, ihr werdet schon noch draufkommen, was ich will. Gewonnen hatte ich jetzt jedenfalls ihre Aufmerksamkeit. Das gleiche Spiel lief in der nächsten Nacht ab. Die Wellensittiche waren immer noch putzmunter und sahen lecker aus. Aber, man kann nicht alles haben.
So bettelte ich mich einige Tage durch die Nachbarschaft. Meine Familie machte sich auch schon richtig Sorgen um mich. So soll es sein. Und dann der erste Lichtblick. Nachdem ich mir meine Streicheleinheiten zuhause abgeholt habe, gab es doch tatsächlich leckeren Thunfisch aus der Dose. Als ich den nur gerochen habe, bin ich vor Freude schon ausgeflippt. Die sollten ja auch merken, das sie jetzt das Richtige taten. Und ich habe gefressen, als wenn es nie wieder was gäbe. Am nächsten Tag gab es dann die zweite Hälfte der Dose. Ich war glücklich. Sollen die Sittiche doch bleiben, wo sie sind. Ich habe meinen Thunfisch.
Die nächste Fütterung brachte dann die Ernüchterung. Truthahn und Ente aus der Dose. Eine bodenlose Unverschämtheit. Das Ganze also noch mal von vorne. Leider klappte das mit dem Betteln in dieser Woche nicht besonders gut. Morgens war ich hungrig, aber ich blieb standhaft. Ich rührte nichts an. Karin war schon langsam etwas genervt und hielt mir eine Predigt. Das teure Futter werf ich doch nicht immer weg, Die nächsten Tage frißt du Trockenfutter. Wenn du, liebes Frauchen, dich da man nicht irrst.

Leider irrte Frauchen sich nicht. Ich war morgens fürchterlich hungrig. Hatte sich denn alles jetzt gegen mich verschworen. Kein Jagdglück, kein Nachbar, keine Sittiche, nicht mal nen Spatz hab ich gepackt. Und leider hat bei mir der Magen sehr großes Mitspracherecht, wenn Entscheidungen getroffen werden müssen. Fress dein Trockenfutter, sagte mir mein Magen sehr nachdrücklich. Sollte das Unternehmen Suppenkasper hier so ruhmlos enden. Es sollte. Ich gab auf. Ich fraß mein Trockenfutter, denn ich wollte nicht der erste Kater sein, der am vollen Napf verhungert.

Einen Teilerfolg habe ich aber verbucht. An den Wochenenden bekomme ich jetzt immer etwas Besonderes zu fressen. Natürlich habe ich das Unternehmen Suppenkasper nie ganz aufgegeben, aber erreicht hab ich leider bisher nichts. Und die Sittiche sind immer noch putzmunter. Wie ich einen zusätzlichen Leckerbissen abgestaubt habe, erfahrt Ihr in der nächsten Geschichte.
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