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Die Leiden des jungen Moritz
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Die langen Winterabende bieten sich an, Euch mal wieder ein wenig von mir zu erzählen. Es ist manchmal gar nicht so einfach für einen Kater, mit den Problemen zurechtzukommen, die mir sowohl durch meine Nachbarn als auch durch Artgenossen bereitet werden. Zum einen gibt es da die vielen flirtenden Katzendamen, die dürfen mich jederzeit besuchen, für die habe ich natürlich immer Zeit und ich teile mit einigen sogar hin und wieder mein Futter. Dann gibt es Zeit- und Artgenossen, die können mir mal den Buckel runterrutschen, ich denen allerdings auch und dann gibt es noch 2 echte Problemfälle in meinem Umfeld, die mir manchmal schon ganz schön zusetzen.
Da wäre zum ersten ein Zeitgenosse zu nennen, der nur durch einen Maschendrahtzaun von mir getrennt lebt: Nachbars Lumpi. Wobei der Name Lumpi keineswegs stimmt und dem Hund auch nicht annähernd gerecht würde. Der etwas griesgrämige Blick des Vierbeiners täuscht schon gewaltig. Es handelt sich bei dem nachbarschaftlichen Exemplar um ein sehr gesittetes und zivilisiertes Tier. Er besitzt ohnehin schon eine ungeheuere Lebenserfahrung, will sagen, er ist nicht mehr der Jüngste und tut ganz sicher keiner Fliege was zuleide.
Nun bin ich allerdings auch keine Fliege. Wir beide fingen an, uns ganz vorsichtig zu beschnuppern und es gab in den ersten Tagen nur wenig Schwierigkeiten. Na gut, dieser Hund war immer etwas zappelig, da wird so ein gemütlicher Kater natürlich schon verunsichert, aber auch Katzen gewöhnen sich an fast alles. Als wir uns schon ein wenig gegenseitig akzeptierten, war ich der Meinung, diese Freundschaft für immer besiegeln zu müssen und hatte da auch eine ganz bestimmte Vorstellung von der Art und Weise. Des Hundes Fressnapf sei auch mein Futtertöpfchen, das sollte meine Botschaft an den Hund werden.
Er missverstand selbige völlig. Ich hatte seinen wunden Punkt voll erwischt. Wenn der Bursche auch alles geduldet hätte, jedoch nicht, wenn jemand aus seinem Futternapf frisst. Ich habe nur noch zugesehen, dass ich Land gewinne. Er ist übrigens auch sehr nachtragend, die Freundschaft war von dem Tag an gelaufen. Wir respektieren uns und das wars auch. Vor einigen Monaten kam es dann allerdings richtig knüppeldicke. Ein Raufbold ohne Gleichen zog in unsere Gegend. Ein Schlägertyp von Kater aus der Großstadt. Ein charakterloses verdorbenes Subjekt . Er wohnt 4 Häuser weiter und dort sollte er besser auch bleiben.
Und das ist er! Ein Kater ohne jede Moral. Er liegt vor unserer Haustüre, als wenn er hier in meinem Revier zu Hause wäre. Er geht in meine Garage und frißt mein Futter weg. Da muß ich ständig auf der Hut sein, damit ich immer auf dem Laufenden bleibe. Man muß sich den Kerl mal genau ansehen. Verkniffene Augen, Trinkernase, dicke Pfoten... auf dem Bild redet Sophie ihm gerade ins Gewissen, das hat aber auch nicht gefruchtet. Das Beste war ja, als meine Dosis ihn mit der Wasserpistole vertreiben wollten. Sein Hinterteil war patschnass, geholfen hat es aber auch nicht.

In den letzten Monaten haben wir jetzt fast jede Nacht so richtig Theater zusammen. Es bleibt ja gar nicht aus, dass wir uns gelegentlich über den Weg laufen. Ich war jedenfalls zuerst da. Ich bin wirklich stinksauer auf den Kerl. Aber ich gebe natürlich nicht einen Zentimeter Boden ab. Tagsüber traut er sich ja nicht mehr aufs Gelände, aber des Nachts versucht er es immer wieder. Es ist auch gut, dass er des Nachts angeschlichen kommt, da bin ich wenigstens ausgeruht genug und kann ihm entschlossen entgegentreten. Ich bin selber gespannt, wann die Nervensäge endlich Ruhe gibt. Hier geht's weiter zur nächsten Geschichte.

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