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Katzenklo und Bodenfrost
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Wie einige meiner Geschichten beginnt auch diese an dem Ort, wo ich mich im Winter am liebsten aufhalte: in meinem Körbchen. Ich habe gerade davon geträumt, wie ich den niveaulosen Schlägerkater aus der vorangegangenen Geschichte in die Flucht geschlagen habe. Es ist wirklich wahr, der Kerl nervt hier immer noch rum. Jedenfalls hatte ich mitten im Traum das Gefühl, ich müsste mal dringend für kleine Kater. Das Gefühl war ganz bestimmt echt, ich habe noch nie geträumt, dass ich mal raus muss. Also recken und vor die Haustüre setzen und möglichst laut und jämmerlich miauen, dann kommt schon einer und lässt mich raus.
Es klappte, mir wurde geöffnet und schon stand ich draußen. Und da traute ich meinen Augen nicht. Die ganze Welt sah so völlig anders aus. Was war denn hier passiert. Fast alles war so weiss wie das Auto von Tom. Allerdings regte sich da auch niemand drüber auf und es gab auch keine Panik deswegen. Das schien also alles ganz normal zu sein. Nun gut, ich wollte ja auch eigentlich nur mal aufs Klo. Ich habe da meine Lieblingsecken im Garten, bei der Kälte hatte ich ohnehin nicht vor, die ganze Prozedur in die Länge zu ziehen. Also ruckzuck und dann schnell wieder rein.
Und dann hatte ich plötzlich ein großes Fragezeichen im Gesicht. Als wohlerzogener Kater, der weiss, was sich gehört, buddel ich natürlich ein Loch, wo ich mich draufhocke und das ich hinterher wieder zubuddel. Nur so sehr ich auch buddelte, da tat sich nichts. Der Boden war wie Beton, ich bekam kein Loch zustande. Der ohnehin schon lehmige Boden war ein unüberwindliches, steinhartes Hinderniss. Andererseits deutete mir meine Katzenblase unmissverständlich an, dass es so langsam wohl Zeit wird, etwas zu unternehmen. Hier konnte ich nichts ausrichten, ab zur Haustür und Theater machen, das ich erst mal wieder ins Haus komme.
Drinnen lief ich im Eiltempo durch's alle Stockwerke. Warum hatte ich keine Idee, wo ich hin sollte. Warum hatte ich im Haus kein Katzenklo. Die Antwort konnte ich mir selbst geben, ich habe es eben einfach nie benutzt. Jetzt steht es in meiner Garage und dort ist es auch noch unangetastet. Natürlich, in der Garage, also randaliere ich an der Haustüre und will wieder nach draussen. Warum kommt keiner und lässt mich raus. Ich muss nötig! Ich renne die Treppe rauf, wo sind denn alle geblieben, wo ist Karin, wo ist Sophie, wo ist Tom? Oh nee, der ist in dem komischen Glaskasten, der Dusche, wo immer Wasser von oben läuft und alle hinterher patschnass rauskommen. Hilfeeeeee!!
Direkt vor mir steht ein großer Blumentopf. Es hilft jetzt alles nichts, ich schaue mich noch einmal um und mit einem eleganten Satz lande ich in der Blumenerde. Gott sei Dank, die ist noch nicht hart gefroren. Schnell buddel ich mir eine kleine Grube und dann sitz ich auch schon drauf. Tut das gut! Gewissenhaft schließe ich danach das Loch und lasse dummerweise auf dem Fussboden eine Spur der Verwüstung zurück. Ich war wohl etwas übereifrig beim zubuddeln. Aber letzten Endes ist das auch völlig egal, mir geht es wieder gut und nur das ist wichtig.

Ich habe auch keinen Stress deswegen bekommen, Karin holte meinen Erzfeind, den Staubsauger, und saugte die Erde einfach weg. Neugierig schaute ich aus respektvollem Abstand dabei zu, denn der Staubsauger ist mir bis heute unheimlich. Der Pflanze geht es den Umständen entsprechend noch recht gut und mein Katzenklo steht auch heute noch immer unbenutzt in der Garage rum. Wann haben wir hier in Ostwestfalen schon mal so strengen Frost. Die wenigen Tage kann ich gut mit dem Blumentopf überbrücken. Wer weiterlesen möchte, klickt bitte hier oder folgt weiter meiner Spur unten rechts.

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