Wie versprochen ein paar Worte dazu, wie ich Tropfenbilder fabriziere. Da führen natürlich 1000 Wege nach Rom, aber ich komme mit der hier beschriebenen Art und Weise ganz gut zurecht. Der Aufbau ist nicht besonders professionell, aber es funktioniert.

Auf dem Hocker befindet sich ein Eimer mit Wasser, das per Schwerkraft durch einen dünnen Schlauch zur Schale fliesst. Die Wassermenge regel ich mit einem kleinen Absperrhahn, der als Luftregler in der Aquaristik gebräuchlich ist. Ein Pfennigartikel Centartikel. Damit kann man die Tropfenfolge genau einregeln. Der Tropfen fällt bei mir jetzt in eine mit Wasser gefüllte Glasschale, für das notwendige Licht und die unbedingt nötige kurze Belichtungszeit sorgen zwei Blitze. Ich nutze da zwei alte Schätzchen, die man spottbillig gebraucht bekommt und die ich manuell einstellen muss. Aber Vorsicht, wenn man Blitze aus der guten alten Zeit reanimiert, dann muss man unbedingt die Zündspannung beachten. Die Geräte müssen einen Niedervoltzündkreis mit max. 10 Volt haben. Alte Schätzchen arbeiten oftmals mit Zündspannungen von mehreren hundert Volt. Deren Einsatz quittieren moderne Digitalkameras mit einem satten Totalschaden der Elektronik.

Am schwierigsten ist es, den richtigen Schärfepunkt einzustellen. Zum focussieren lege ich einen alten Zollstock quer über die Schale. Der fallende Tropfen berührt den vorderen Teil beim Fallen so gerade noch. Die Kamera kann nun auf die Zahlen focussieren und wird danach auf manuellen Focus umgeschaltet und nicht mehr verändert. Weder Brennweite noch Abstand, sonst passt nix mehr. Die geringste Schluderei beim focussieren fällt später im Bild sofort auf. Die Blende stelle ich meistens auf 9, die Belichtungszeit auf die kürzeste Blitzsynchronzeit, um das Licht im Raum “auszuschalten”. Zu helles Raumlicht kann sich störend auswirken. Wenn man die Möglichkeit hat, die Kamera ferngesteuert auszulösen, sollte man diese Option auf jeden Fall nutzen. Will man Spiegelungen im Tropfen haben, so stellt man hinter das Gefäß das Objekt, das im Tropfen gespiegelt werden soll. Auch beim Hintergrund ist alles machbar. Da geht probieren über studieren. Die weiße Schale dient übrigens dazu, die Sauerei in Grenzen zu halten, denn irgendwann läuft die Glasschale ganz sicher über…
Und eigentlich ist es wirklich gar nicht so schwer, man kann da richtig süchtig nach werden, so an Regentagen und so… ![]()






Hallo Tom,
sehr schöne Erklärung. Werde mich zwischen den Feiertage mit diesem Thema auseinander setzten und schauen was passiert.
Gruß Gerd
Gerds neuester Blogeintrag…Kalenderblatt Dezember
Kommentar von Gerd — 4. Dezember 2008 @ 08:59
Wohl dem der einen Keller hat, der für diese Zwecke (miß)braucht werden kann
Kannst Du Dir vorstellen, dass ich so einen Aufbau im Wohnzimmer herrichte, was mein Göttergatte dazu sagen würde
Ich kanns mir vorstellen ;-)))
Ist aber schon interessant Deine Technik, und vor allem die Ergebnisse.
LG Agnes
Kommentar von Agnes — 5. Dezember 2008 @ 19:06
[...] es tropfen soll. Eine schöne Anleitung zu diesem Experiment habe ich bei meinem Bloger-Kollegen Tom gefunden. Im Prinzip habe ich das so ähnlich gemacht, nur bei mir war eine Glasschüssel und ein [...]
Pingback von Gerd Kluge - Photography and Music » Blog Archiv » Projekt 52-9 #33 - Die Farbe Blau — 17. August 2009 @ 18:22
Seit gewisse Zeit überlege mich grade solsche Experiment zu Starten
Dank dem Link bei Gerd-Kluge habe ich dein Beschreibung gefunden .
jetztv werde ich bestimmt viel leichter haben …
Ob es aber klappt werde ich sehen
Kommentar von czoczo — 4. September 2009 @ 08:10